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Tiere lügen nicht
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Tiere lügen nicht – „Oft wundere ich mich, wo verborgen liegen des Erkennens Grenzen zwischen Mensch und Tier, dessen Herz keine gesprochene Sprache kennt. Durch welches erste Paradies in einem fernen Schöpfungsmorgen lief der schlichte Pfad, auf dem sich ihre Herzen trafen? Jene Spuren ihres treuen Schreitens sind nicht verwischt, wenn auch ihre Verwandtschaft vergessen ist.„ (Rabindranath Tagore)Aus Spuren entwickeln sich im Lauf der Zeit Pfade. Als erste kulturelle Leistungen werden sie von Menschen und Tieren gleichermaßen angelegt und genutzt, um eine möglichst problemlose Orientierung in der Natur zu gewährleisten. Pfade helfen, unwegsames Gelände zu durch- und überqueren, und organisieren den umgebenden Raum. In den Raum der Ausstellung „Tiere lügen nicht“ geholt und als Verbindungsglied zwischen den Ausstellungsstationen eingesetzt, ermöglichen sie jedem Besucher, sich auf eine individuelle Entdeckungsreise, auf eine Spurensuche zu begeben. Verschiedene Bauten, Plätze und Wege bilden eine eigene Topographie, auf diesen sich die Objekte und die Besucher wie auf einer Bühne bewegen. Eine Ausstellung im Museum für Kommunikation Berlin zeigt, wie Tiere und Menschen sich verständigen.
Einleitung
Seit es den Menschen gibt, weiß er, dass sich die Tiere untereinander verständigen. Paradoxerweise bemüht er sich aber erst seit wenigen Jahrzehnten, die geheimen Mitteilungen der Tiersprachen zu entschlüsseln und zu enträtseln. Was versteht man unter Verständigung? Eine „Sprache“ ist ein von einem Individuum ausgestrahltes physikalisches oder chemisches Signal, das das Verhalten eines anderen Individuums beeinflusst, wenn es von diesem wahrgenommen worden ist. Diese Definition ist zweifelsohne etwas oberflächlich, denn die Wärme des menschlichen Körpers, die eine Stechmücke anzieht, schafft gewiß keine Kommunikation in dem Sinne, wie wir sie verstehen, das heißt in Form einer „Sprache“. Vernünftiger wäre es, die Definition auf einen „Austausch von Signalen zwischen Individuen derselben Art“ zu beschränken.
In zweiter Linie dient die Sprache als Identifizierung und Erkennungszeichen zwischen Individuen der gleichen Art. Die Tiere machen ferner auf ihr Territorium aufmerksam und drücken durch die Signale ihre Aggressivität oder aber ihre Angst aus. Die Sprache ist in der Tat ein Code, der für ein reibungsloses Funktionieren des Tierreichs sorgt. Und obwohl der Mensch über das umfassendste Kommunikationssystem verfügt, verlässt er sich eher auf das gesprochene und geschriebene Wort, anstatt auf Gesten, Blicke, Körperhaltung, Bewegungen und Berührungen zu achten. Diese nicht-verbale oder analoge Kommunikation ist aber die Basis für eine Verständigung mit den Tieren, digitale Kommunikation in Form von Worten allein wird der Verständigung zwischen den Arten nicht gerecht.Im Rahmen eines gemeinsamen interdisziplinären Projektes rücken das Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg mit der Ausstellung „Tiere hören hin“, das Übersee-Museum Bremen mit der Ausstellung „Tiere bekennen Farbe“ und das Museum für Kommunikation Berlin – in Kooperation mit dem Museum für Naturkunde Berlin – die Facetten tierischer Kommunikation in den Blick der Besucher. Während in Oldenburg und Bremen die Kommunikation innerhalb einzelner und zwischen verschiedenen Tierarten gezeigt wird, steht in Berlin die Begegnung zwischen Mensch und Tier im Mittelpunkt. Alle drei Ausstellungen wollen damit nicht nur einen Zugang zur Sprache der Tiere bahnen, sondern auch die Augen dafür öffnen, wie wir von unseren Verwandten aus der Natur lernen können. Der gemeinsame Katalog dokumentiert in anschaulicher Weise die verschiedenen Kommunikationsformen in Theorie und Praxis und lässt u.a. durch Loriot die Tiere zu Wort kommen. |
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| Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 17. Dezember 2006 ) |
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