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Seite 3 von 5 Auf dem Weg zur 3. Station, dem Zirkus, die sich auch mit dem Thema Zoo beschäftigt, wandert der Besucher durch die Galerie der sprechenden Tiere. Ihm begegnen Muhamet, Zahrif, Rolf, Don, Berni und vor allen das Paradebeispiel des sprechenden Tieres, der kluge Hans, das Wunderpferd. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Berliner Schulmeister, Wilhelm von Osten, auf die außerordentlichen Fähigkeiten seines Pferdes Hans aufmerksam. Unter Anteilnahme zahlreicher Besucher demonstrierte er, nachdem er ihm Zählen und Buchstabieren, Bruch-, Dezimal- und Kubikwurzelrechnen beigebracht hatte, öffentlich die erstaunlichen Fähigkeiten seines Pferdes. Ob Hans tatsächlich so klug war oder mit Hilfe seines Herrn „gelogen“ hat, zeigen wir anhand von zahlreichen Exponaten.
Im Zirkus selbst erwartet den Besucher ein Eisbär, der mit den typischen Dressur-instrumenten wie Stock, Peitsche etc. symbolisch auf Abstand gehalten wird. Bei der Dressur von Pferden, wie auch von Eisbären oder Tigern, ist der Mensch gezwungen, sich auf die Körpersprache des Tieres einzulassen. Besonders die Bärendressur von Ursula Böttcher galt als innovativ und besonders spektakulär. Erfolgsrezept war der Aufbau eines fast familiären Verhältnisses zu den Tieren. Das erlaubte ihr den engen körperlichen Kontakt mit den Bären. Wo diese Kommunikation misslingt, droht Lebensgefahr, wie das Beispiel der jüngsten Geschichte, der lebensbedrohlichen Verletzung von Roy Horn, dem Las Vegas – Entertainer und Mitglied des Duos „Siegfried & Roy“, durch einen von ihm aufgezogenen weißen Tiger beweist.
Da uns Raubtiere und exotische Tiere aber eher im Zoo begegnen, wir sie dort besuchen, um sie anzuschauen, kennen zu lernen und vielleicht auch um zu ihnen zu sprechen, zeigen wir aus diesem Bereich Exponate, die den Tieren ein individuelles Gesicht geben und eine Vorstellung der Welt, aus der sie kommen. Der Videofilm „Herr Fritzmann und Frau Bulette“ schildert die Kommunikation eines Tierpflegers mit seinem Nilpferd, aufgenommen im Berliner Zoo.
Leben mit und unter Tieren
Von Naturwissenschaftlern wird angenommen, dass sie Tiere in einer völlig objektiven Weise studieren. Ihr Urteil soll nicht von Emotionen getrübt sein. Die hier in der 4. Station, der Natur, in Film-, Foto- und Textbeiträgen dargestellten Wissenschaftler haben stolz mit dieser Regel gebrochen. Wer die Bücher von Jane Goodall, Konrad Lorenz, Dian Fossey, Heinz Meynhardt und Monty Roberts liest und ihre persönlichen Aussagen sieht, kann unmöglich behaupten, Tierforscher behandeln Tiere mit analytischer Kälte.
Die Natur verschafft sich hier auch akustisch Gehör. Mit Hilfe der Aufnahmen des Tierstimmenarchivs des Museums für Naturkunde Berlin wird der Besucher in die Welt der Tippi Degré versetzt, die fernab der Zivilisation in der freien Natur Afrikas aufgewachsen ist, stets umgeben von Tieren, denen sie sich von klein an ohne Furcht näherte. Eine beeindruckende Löwengruppe stellt die optische Authentizität her.
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