TK-News
Aktuelle Nachrichten aus der Tierwelt
Tiere lügen nicht
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Der Mensch als Anwalt der Tiere Ein stattlicher Keiler weist den Besuchern den Weg zum Gericht, der 7. Ausstellungsstation. Relativ unbekannt sind auch heute noch die im Mittelalter stattgefundenen Tierprozesse vor weltlichen und geistlichen Gerichten. Vor Gericht zitiert wurden Schweine, Hunde, Geflügel, Ziegen, Esel, Rinder und Pferde, aber auch Ratten, Mäuse, Maulwürfe, Fliegen, Käfer und Raupen. Die Anklage lautete auf Tötung oder Verletzung eines Menschen, auf Hexerei, (Verführung zur) Sodomie, Heiligenschändung (Hostie gefressen), unterlassene Hilfe-leistung oder (beim Ungeziefer) auf Zerstörung landwirtschaftlicher Nutzflächen. In den weltlichen Tierprozessen wurde einzelne Haustiere vorgeladen. Angeklagt wurde der Besitzer, aber die Strafe wurde bei Schuldspruch an dem Tier vollzogen. Anhand von Auszügen und Bildern aus Stadtchroniken und dem Sachsenspiegel, Flugblättern, Stichen und Holzschnitten, sowie Filmmaterial, werden die historischen Beispielen illustriert. Ergänzt und aktualisiert wird dieser Bereich mit Fällen der neueren Rechtssprechung, u.a. einem Gerichtsurteil des Amtsgerichts Bad Mergentheim zum Thema Hund und Ehescheidung. Tiere als Helfer und Partner Der Pfad durch die Ausstellung führt nun zur 8. und letzten Station der Ausstellung, der (Therapie-)Praxis. In Deutschland entdecken immer mehr Therapeuten, Pädagogen, Psychologen, Altenpfleger, etc., dass Tiere ihre Arbeit wesentlich bereichern und erleichtern können. Hunde werden als gezieltes Hilfsmittel in Ergo- oder Psychotherapiestunden eingesetzt - das Tier fungiert hier als Brücke bzw. als Eisbrecher zwischen Therapeut und Patienten -, Pferde als medizinische Hilfe innerhalb der Hippotherapie, einer besonderen Form der Physiotherapie. Lamas helfen suchtkranken und misshandelten Frauen in ein normales Leben zurück. Die Delfintherapie ermöglicht Kindern mit mentalen, körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen neue Wege für ihre Gesundung zu finden. Tierbesuchs-programme, bei denen meist eine Gruppe von Tierbesitzern mit ihren Vierbeinern Besuche in Krankenhäusern, Alters- und Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen abstatten, erlauben es den Insassen oft nach langer Zeit zum ersten Mal wieder, mit Haustieren in Kontakt zu kommen.
Aber auch Tiere brauchen Hilfe, wie die hinlänglich bekannte Geschichte des Pferdepflüsterers beweist. Der Hund als bester Freund wird oft überfordert – Menschen verlangen viel und wissen wenig von ihren Tieren. Tiertherapeuten helfen vor allem dabei, die tierisch-menschlichen Missverständnisse zu beseitigen und ein gedeihliches Zusammenleben zu fördern. Berlin, 27.10.2003 Gabriele Spengler
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| Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 17. Dezember 2006 ) |
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